2026 performances and poems

In my performances, there is always a poem within me. Sometimes the poem exists before the performance; sometimes it appears during the movement; sometimes it comes afterwards. It is an inner voice that accompanies the body through the performance.

For me, poetry is another world beyond reality. It is intuitive, soft, mysterious, and closer to the deepest layers of feeling and thought—those that cannot be fully expressed through ordinary language or other artistic media.

Through seemingly illogical words, images, fragments, and associations, something deeply true can emerge. Poetry does not explain reality; it opens another way of experiencing it. In this space between words, body, image, and silence, feelings can become visible and the world can appear more mysterious, tender, and beautiful.

The Shell Concept : Yan Cheng . Performer: Sophia Filippi

《贝》

有多久了,
你沉睡在这里,
在水中

如此纯净,
没有杂音,

像一只贝,
蜷缩在自己的壳里,
一片寂静。

是什么时候,
你决定打开自己?
让那些沙砾,淤泥
涌入身体,
一次次,
冲刷你。

幸福、嫉妒、孤独——
你都想品尝。

你无所畏惧。

你将它们细细包裹,
一层,
又一层。

把疼痛、爱、恨
一点一点
织入自己的身体。

最后的最后——
什么东西,
在黑暗中
神奇的发光,
那么温柔,美丽

没有人知道

那是属于你的珍珠,

属于你的幸福

你的孤独。

The Shell

How long has it been,
you sleeping here,
in the water

so pure,
without noise,

like a shell,
curled inside your own shell,
a silence.

When was it
that you decided to open yourself?

Letting those grains of sand, mud
flow into your body,
again and again,
washing over you.

Happiness, jealousy, loneliness—
you want to taste them all.

You are fearless.

You carefully wrap them,
layer by layer,
again and again.

Weaving pain, love, hate
little by little
into your own body.

At the very end—
what is it
that in the darkness
mysteriously begins to glow,
so gentle, so beautiful

No one knows.

That is your pearl,

your happiness

your loneliness.

Die Muschel

Wie lange schon
schläfst du hier,
im Wasser

so rein,
ohne Geräusche,

wie eine Muschel,
in ihrer eigenen Schale zusammengerollt,
eine vollkommene Stille.

Wann war es,
dass du beschlossen hast,
dich zu öffnen?

Lässt Sandkörner, Schlamm
in deinen Körper strömen,
immer wieder,
spülen sie dich.

Glück, Eifersucht, Einsamkeit –
du willst sie alle kosten.

Du bist furchtlos.

Du umhüllst sie sorgfältig,
Schicht für Schicht,
immer wieder.

Du webst Schmerz, Liebe, Hass
Stück für Stück
in deinen eigenen Körper.

Ganz am Ende –
was ist es,
das in der Dunkelheit
auf geheimnisvolle Weise zu leuchten beginnt,
so sanft, so schön

Niemand weiß es.

Das ist deine Perle,

dein Glück

deine Einsamkeit.

Art in Nature 2026

ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt von Yan Cheng, das die Beziehung zwischen menschlichem Körper, Natur und innerer Wahrnehmung untersucht.

Im Mittelpunkt steht der menschliche Körper als Teil der natürlichen Umgebung. Tänzerinnen und Performerinnen treten in einen unmittelbaren Dialog mit Bäumen, Wasser, Erde, Licht und Landschaft. Der Körper liegt auf einem Baum, bewegt sich am Wasser, verschmilzt visuell mit der Landschaft oder wird durch natürliche Formen und Materialien teilweise verborgen.

Die entstandenen Situationen werden fotografisch und teilweise filmisch dokumentiert. Die Fotografie ist dabei nicht nur Dokumentation, sondern selbst ein eigenständiges künstlerisches Medium.

Das Projekt versteht die Natur nicht als dekorativen Hintergrund, sondern als gleichberechtigten künstlerischen Partner. Es geht um die Frage, wie sich die Wahrnehmung des menschlichen Körpers verändert, wenn die Grenzen zwischen Mensch und Natur zunehmend verschwimmen.

Der Mensch versteht sich häufig als getrennt von der Natur. Art in Nature 2026 stellt diese Trennung infrage.

Durch langsame Bewegungen, stille Körperhaltungen und die bewusste Interaktion mit natürlichen Räumen entstehen Bilder, in denen Körper und Landschaft miteinander verbunden erscheinen. Wasser wird dabei zu einer spiegelnden und transformierenden Oberfläche, der Baum zu einem Träger des Körpers, die Erde zu einem gemeinsamen Lebensraum.

Die Performances sind bewusst reduziert. Es geht nicht um eine klassische Tanzaufführung und auch nicht um eine inszenierte romantische Darstellung der Natur. Vielmehr entstehen offene Situationen zwischen Performance, Land Art und fotografischer Kunst.

Die Künstlerinnen reagieren auf den jeweiligen Ort und auf natürliche Bedingungen wie Licht, Wind, Wasser und Vegetation. Dadurch bleibt ein wesentlicher Teil des Ergebnisses unvorhersehbar. Der Körper wird nicht als Objekt der Darstellung verstanden, sondern als lebendiger Bestandteil der Landschaft.

Concept : Yan Cheng . Performer: Sophia Filippi , Emilia Auras
Concept : Yan Cheng . Performer: Sophia Filippi , sheedo

Concept: Yan Cheng. Perform: Vladyslav Volkov