Yan Cheng
- zeitgenössische Künstlerin mit Sitz in München, die für ihre innovativen und vielschichtigen Werke bekannt ist.
- Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e. V
- Mitglied im Kunstverein München.
Artistic Journey, Künstlerische Reise
Ich lebe zwei Leben. Eines existiert in der physischen Realität auf der Erde, das andere entfaltet sich in der Luft, in einer anderen Welt. Schon als kleines Mädchen wurde mir diese doppelte Existenz bewusst. In meinen Träumen ist das Gefühl des Fliegens so lebendig, so real und schön, dass ich glaube, es müsse jenseits dessen, was wir sehen, noch eine andere dimensionale Welt geben.
Wie man diese Erfahrung beschreibt, wie man sie für andere sichtbar macht, wurde zur zentralen Frage meines Lebens. Diese Frage führte mich schließlich dazu, Künstlerin zu werden. Kunst war keine Entscheidung aus Vorliebe oder Ehrgeiz, sondern entspringt dem Glauben an ein sinnvolles Leben im Angesicht von Tod und Leere. Ich habe die Kunst nicht gewählt – sie ist in meinem Blut.
Ich wurde in den 1980er-Jahren in der chinesischen Provinz Sichuan geboren. Dort gibt es viele elegante Bambuswälder, grüne Berge und Flüsse. Ich lebte mit meinem Vater, meiner Mutter sowie meinen Großeltern am Rand einer Stadt nahe dem ländlichen Raum. Das ebenerdige Haus aus Ziegeln und Dachziegeln mit seinem Innenhof schenkte mir Geborgenheit und reichlich Raum zum Spielen.
Neben unserem Zuhause befanden sich ein klarer Fluss und weite Felder. Die Menschen gingen dort angeln, schwimmen oder wuschen ihre Kleidung. Ich saß gern am Flussufer, beobachtete das langsame Fließen des Wassers und rezitierte Tang- und Song-Gedichte; oder ich ging durch die Felder, sang laut und schaute den Wolken am Himmel nach. Die Natur schenkte mir meine frühesten und zugleich tiefsten Erfahrungen von Schönheit.
Ich liebte es, meinem Großvater dabei zuzusehen, wie er aus Bambus Werkzeuge und Spielzeuge flocht, oder wie er mit dem Pinsel in Tinte kräftige kalligrafische Koppelsprüche schrieb und mir geduldig ihre Bedeutung erklärte. Meine Eltern kauften mir viele Bilder- und Comicbücher. Mit Kreide in der Hand schaute ich sie mir an und zeichnete überall nach – an Wänden, auf dem Boden, auf Tischen und Stühlen; alles wurde zu meiner Leinwand. Einmal, während ich gleichzeitig Kekse aß und mit Kreide malte, steckte ich gedankenverloren ein Stück Kreide statt eines Kekses in den Mund. Die Bitterkeit ließ mich laut aufschreien.
Mein natürliches Talent und meine Liebe zum Zeichnen wurden von einer Grundschullehrerin für chinesische Tuschemalerei erkannt. Sie lud mich zu sich nach Hause ein, um Landschaftsmalerei zu lernen. Unter ihrer Anleitung lernte ich, mit einfacher Tusche groß angelegte Berge und Wasser darzustellen. Die Weichheit und Formbarkeit des Pinsels sowie seine Fähigkeit, auf Reispapier zwischen Hell und Dunkel, Trockenheit und Feuchtigkeit zu wechseln, faszinierten mich zutiefst. Die Vogelperspektive in der chinesischen Malerei und die Betonung von Dynamik und Weite prägten mein frühestes künstlerisches Empfinden nachhaltig. Zugleich hatte auch das in der chinesischen Malerei zentrale Konzept der „Yijing“ – die Vorstellungskraft und der Nachklang jenseits des Bildes – einen tiefgreifenden Einfluss auf mich.
In der Mittelstufe begann ich, Zeichnen und Farbenlehre zu lernen. Ich verliebte mich in die ruhige Ordnung, mit der ein Bleistift seine Spuren auf dem Papier hinterlässt. Ich konnte einen ganzen Nachmittag damit verbringen, konzentriert einen Chinakohl oder eine Kugel zu zeichnen, ohne das Vergehen der Zeit oder Hunger und Durst wahrzunehmen.
Während meines Studiums lernte ich in Chongqing Landschafts- und Freiraumgestaltung. Ich vertiefte mich in die Beobachtung und Darstellung von Pflanzen – die Schönheit eines einzelnen Blattes oder einer Blüte erfüllte mich mit Staunen. Im Masterstudium an der Zentralen Akademie der Bildenden Künste in Peking studierte ich Architektur und Ölmalerei und war unsicher über meinen zukünftigen Weg. Schließlich entschied ich mich, nach Deutschland an die Akademie der Bildenden Künste München zu gehen, um weiter nach dem Wesen der Kunst zu suchen.
Nach vielfältigen künstlerischen Praktiken – Malerei, Skulptur, Performance und mehr – zwischen 2010 und 2022 kehrte ich schließlich zur ursprünglichsten, direktesten und grundlegendsten künstlerischen Ausdrucksform zurück: zur Malerei.
Im Jahr 2023 beschäftigten sich meine Ölgemälde mit dem menschlichen Körper und der Natur. Im Mittelpunkt stand die Schlichtheit des Lebens selbst, der menschliche Körper als etwas Heiliges und Reines, das ästhetisch betrachtet wird. Linie, Volumen, Form und Farbe sind Ausdruck von Schönheit; der inhaltliche Kern meiner Arbeiten erforscht jedoch die Verletzlichkeit, Sensibilität und Einsamkeit des Menschen als Individuum sowie seine geheimnisvolle Verbindung zur Natur. Mich interessierte die Göttlichkeit und die große Schönheit des Menschen im religiösen Denken – nicht eine kleine, erotische Schönheit.
Im Jahr 2024 erlebte ich den Tod nahestehender Menschen und den Verrat von Freunden. Dadurch wurde mir die Vergänglichkeit des Lebens und die Unbeständigkeit der Welt schmerzlich bewusst. Meine künstlerischen Themen begannen sich vom Menschen hin zu abstrakten Emotionen und zum Glauben zu verschieben.
Blau wurde zum zentralen Element meiner Malerei. Die Verbindung von Blau mit Ruhe, Tiefe, Unendlichkeit und dem Göttlichen macht es zu einer kraftvollen Metapher für die Seele und für unsere Beziehung zum größeren Kosmos. Blau trägt zugleich Klarheit und Geheimnis in sich. Es kann kühl und fern wirken, und doch umhüllt es den Menschen mit einer stillen Tiefe, die Worte nicht erreichen.
Blau ist auch die Farbe, die mich stets begleitet und mir Trost spendet – der weite Himmel, die tiefen Gewässer, warme Flammen, die lautlosen Räume der Vorstellungskraft. In diesen Bildern lasse ich das Blau seine eigene Sprache sprechen: sanft, grenzenlos und voller verborgener Emotionen. Ich glaube, dass Blau die Farbe der Seele ist, die Verbindung zwischen dem Universum und dem Menschen.
Wenn ich zu malen beginne, gleicht der gesamte Prozess einer unbekannten Reise oder einem Abenteuer. Ich weiß nicht, welchen Farben oder Bildern ich begegnen werde. Ich spüre aufmerksam in meine Gefühle hinein, höre auf meine innere Stimme und lasse sie mich beim Entstehen des Werkes leiten. Es ist ein äußerst stiller, konzentrierter und intimer Prozess.
Jedes Werk beginnt mit einer unbewussten geometrischen Form, einer zarten Grenze. Doch mit der Zeit löst die Farbe diese Linien allmählich auf – wie Regen, der langsam über Stein rinnt. Tropfende Farbe gleicht Erinnerungen; Farbschichten atmen wie Gezeiten. In dieser langsamen Bewegung entfaltet sich etwas Heiliges – ein Gefühl von Ruhe, Sehnsucht und Transzendenz.
Während der Arbeit an der Serie „Blauer Glaube“ wurde das Malen für mich zu einem religiösen Ritual – heilig, still und feierlich. In diesem Prozess wurde ich durch die Malerei erlöst, gereinigt, geläutert und geheilt. In dem Moment, in dem ein Werk fertiggestellt ist, besteht zwischen ihm und mir eine äußerst enge Verbindung; mit der Zeit jedoch wird es zu einem eigenständigen Wesen, als hätte es eigene Gedanken und Gefühle. Ich glaube, dass diese Werke, wenn ich eines Tages auf sie zurückblicke, zu „Codes“ werden, die einen bestimmten Abschnitt meines Lebens öffnen und die damaligen Emotionen, Empfindungen und Zustände wieder wachrufen.
Preise
2022 Kunst Performance Projekt – Brücke-Glück – Stipendienprogramms des Freistaats Bayern „Junge Kunst und neue Wege“.
2022 Kunst im öffentlichen Raum – Performance Serie „ ein bewegender Regenbogen“ -BBK
2020 Fotowettbewerb – Grenzüberschreitungen – Mercator Stiftung global young faculty
2019 Water Event with Yoko Ono – Museum der bildenden Künste Leipzig
2013 Malerei „Junge Kunst in Bayern“ – LfA Förderbank
Ausstellungen
17 01 2026 bis 26 02 2026 Blue Belief Ausstellung in super center court galerie München
Dezember 2025 Ausstellung in Galerie der Künstler München
Mai 2025 Ausstellung bei open studio leonrodhaus München
Januar 2025 Live-Performance-Malerei in Galerie Xyz Peking 798 Art District
Dezember 2024 Ausstellung in Galerie der Künstler München
Juli 2024 Ausstellung bei open studio leonrodhaus München
Dezember 2023 Ausstellung in Galerie der Künstler München
Januar 2023 Ausstellung in EineWelt Kultur Haus München
September 2022 open studio leonrodhaus München
April 2022- Okotober 2022 Kunst Performance Projekt: Brücke-Glück
Juni 2022 Ausstellung in Kultur Raum Eigenleben München
Juli.2021-Juni2022 Performance-Serie „ein bewegender Regenbogen“
2019 September-Grid interpretation-Open studio Ausstellung Leonrod künstlerhaus München
2019 März bis Juli – Ausstellung „Water Event“ with Yoko Ono-Museum der bildenden Künste Leipzig
2018 Januar bis März- Einzelausstellung- Galerie Florian Trampler München
2018 Mai bis Juli-lovers Box-Wannda Festival München
2017 Februar -Was ist „Zen“ -Diplom Ausstellung- Akademie der Bildenden Künste München
2016 November-Desire-Auktion Ausstellung- Akademie der Bildenden Künste München
2015 Juli-The world is in a Black Box- Jahresausstellung- Akademie der Bildenden Künste München
2013 Oktober bis Dezember-waiting for myself- Ausstellung-lnkonsequent-Kolossal in der Akademie der Bildenden Künste München
2012 Juli-Sehnsucht- Jahresausstellung- Akademie der Bildenden Künste München
Zu den Arbeiten von Yan Cheng
München, November 2020
Anna Wondrak
Kunsthistorikerin, Kuratorin in München, Leiterin des Künstlerarchivs der Stiftung Kunstfonds in Pulheim bei Köln.
Der künstlerische Kosmos der Chinesin Yan Cheng ist von einer vielschichtigen Arbeitsweise geprägt. In ihren Gemälden, Installationen und Performances tritt seit 2015 die Beziehung zwischen Musik und Installation, Körper und Raum, Mensch und Natur immer stärker ins Zentrum ihres künstlerischen Schaffens.
Aufbauend auf den Taoismus und die Zen-Lehre legt sie dabei ein besonderes Augenmerk auf die harmonische Balance zwischen Mensch und Natur. In dem Versuch, die beiden in eine Einheit zu überführen, präsentiert sie dem Betrachter oft eine Situation, in der sich die einzelnen Elemente/ Personen in einer Konfliktsituation befinden. Gegensätze wie chaotisch- ordentlich, hart- weich, stark – schwach bringen den Betrachter dazu, inne zu halten, den Geist in Achtsamkeit zur Ruhe kommen zu lassen und sich ganz der jeweiligen Situation hinzugeben.
Seit 2018 beschäftigt sich Yan Cheng verstärkt mit Rasterstrukturen. Schon seit der Renaissance bedienten sich Künstler dem Raster zur Vermessung des Raumes. Formal war das Raster besonders seit den 1960er Jahren mit dem Aufkommen der Konkreten Kunst sowie der Minimal Art ein weit verbreitetes Gestaltungsmittel, das durch seine strenge Struktur als repetitives Element ein gleichmäßiges Einteilen von Fläche und Raum ermöglichte. Und auch in der zeitgenössischen Malerei ist die Zerlegung der sichtbaren Welt in ihre Grundstruktur, in einzelne Pixel, ein verbreitetes Phänomen. In der seit 2019 entstehenden konzeptionellen Serie „Selbstportrait“ übersetzt Yan Cheng die dreidimensionale Welt auf Papier oder Leinwand, indem sie eben solche Raster verwendet.
In dieser Form der Selbstbetrachtung mit langgestreckten, ruhigen Querformaten stellt sie sich in die Tradition der traditionellen chinesischen Malerei. Die 72 Einzelblätter, die zum Schluss zusammengesetzt das Portrait der Künstlerin ergeben werden, sind aber so viel mehr als nur ein großes Portrait. Jedes einzelne Blatt ist komponiert aus genau aufeinander abgestimmten, zarten Farbverläufen innerhalb einer regelmäßigen Struktur. Jedes Bild ist in 675 Gitter unterteilt. Die Farbe eines jeden Gitters hat ihre Eigenheit und weist geringe Änderungen im Vergleich zum benachbarten Gitter auf, das sowohl unterschiedlich als auch verbunden ist.
Mit diesem komplexen Phänomen schlägt die Künstlerin den Bogen zur Systemtheorie in der wissenschaftlichen Welt: Jedes Element im System existiert nicht isoliert, sondern befindet sich an einer bestimmten Position im System und spielt eine bestimmte Rolle. Alle Elemente sind miteinander verbunden und bilden ein unteilbares Ganzes. Jedes Teil lässt sich hier auch als Facette der Persönlichkeit lesen und visualisiert innere Werte und Schwingungen.
In ihren Rasterbildern will Yan Cheng das Sichtbare vereinfachen und in seiner Reinheit komprimieren. In einer Welt, die von außen laut, hektisch und überfüllt ist, sind ihre Arbeiten eine kontemplative Wohltat. Durch die Reduktion auf quadratische Farbflächen, die sich minimal verändern, gelingt es Yan Cheng, die Ruhe und Spiritualität innerer Werte sichtbar und auch spürbar zu machen und verweist uns darauf, dass alle Menschen schlussendlich in einem großen System miteinander verbunden sind.
我过着两种人生。一种存在于现实之中,在地球上;另一种在空气中展开,属于另一个世界。很小的时候,我就意识到了这种双重的存在。在我的梦里,飞翔的感觉如此鲜明、真实而美丽,以至于我相信,在我们所能看见的世界之外,一定还存在着另一个维度的世界。 如何描述这种体验,如何将它呈现给他人,成为了我一生中最核心的问题。正是这个问题最终引领我成为一名艺术家。艺术并非出于喜好或野心的选择,而是源于一种信念——在死亡与虚无面前,对有意义生命的信仰。我没有选择艺术;它流淌在我的血液之中。
我出生在八零年代中国四川。那里有很多优雅的竹林、青山、河流。我和父亲母亲爷爷奶奶等住在靠近乡村的城市边缘,用砖和瓦盖起来的平房和院子给我了安逸,充足的玩耍空间。
家的旁边有一条清澈的河流和大片广阔的田野,人们常常在河里钓鱼、游泳、洗衣服。我也喜欢坐在河岸边,一边看水流缓缓经过,一边诵读唐诗宋词,或者走在田野里,一边大声唱歌,一边看天上的云朵。自然,给了我最早、也最深刻的美的体验。
我喜欢看爷爷用竹子编各种工具,玩具,看他用毛笔蘸墨写下遒劲有力的草书对联,听他耐心的跟我讲解对联的含义。父母给我买了很多小人书连环画,我就拿着粉笔一边看书一边照着到处乱涂,墙上,地板,桌子,椅子都是我的涂鸦。有一次一边吃饼干一边画粉笔画,在思考的片刻误把粉笔当饼干吃到嘴里,苦得我连连叫唤。
我喜欢画画的天资秉性被小学的一位国画老师看中,邀请到她家中学习山水国画。幸运的我在她的指导下学习了怎样用简单的水墨画出大气的山、水。而毛笔的柔软,可塑,在宣纸上浓淡干湿多变的性能也让我着迷。画中“鸟瞰”的视角,以及对气势与宏阔格局的重视,深深刻入了我最初的艺术审美之中。同时,中国画所强调的“意境”——画面之外的想象与余韵,也对我产生了深远影响。
初中我开始学习素描和色彩,喜欢上了铅笔在纸上有序地排列,安静的留下痕迹,我可以一个下午都对着画面细心描绘一颗白菜或圆球,浑然不觉时间的流逝和身体的饥渴。
我大学时在重庆学习园林景观设计,沉浸于对植物的观察和描绘,一片叶,一朵花的美都让我惊叹不已。研究生时在北京中央美院学习建筑和油画,在未来的发展轨迹上举棋不定。最终我决定来到德国慕尼黑美术学院继续探寻艺术的奥秘。
从2010年到2022年经历了一圈绘画雕塑行为等多样的艺术实践后我又回到了最初最原始最直接的艺术方式绘画。
2023油画的主题人体和自然,关注生命本身的单纯,把人体当作圣洁单纯的艺术欣赏。线条,体量,形状,颜色都是美的体现,而画的内涵是研究人作为个体的脆弱,敏感,孤独以及和自然世界的神秘联系。探索宗教思维里人的神性,大美,而不是情色的小美。
2024年我经历了亲人的离世,朋友的叛变,深感生命易逝,世事无常。艺术主题开始从人变为抽象的情感,信仰。
蓝色成为我绘画的主要内容。蓝色与宁静、深度、无限以及神性之间的关联,使它成为灵魂以及我们与更广阔宇宙相连的有力隐喻。它同时承载着清澈与神秘。它可以冷静而遥远,却又以一种言语无法抵达的静谧深度将人包裹。
而蓝色也是一直陪伴我给我安慰的颜色——辽阔的天空、深邃的水域,温暖的火焰,想象里无声的空间……在这些绘画中,我让蓝色说出它自己的语言:温柔、无边、充满隐秘的情感。我相信蓝色是灵魂的颜色,是宇宙与人之间的连接,
当我开始绘画时,整个过程就像一次未知的旅行或探险。我并不知道会遇见怎样的颜色、怎样的画面。我细心感受自己的情绪,聆听内心的声音,让它们引导我完成作品。这是一个极其安静、专注而私密的过程。
每一件作品都始于一种无意识的几何形态、一条纤细的边界。然而,随着时间推移,色彩逐渐消解这些线条——如同雨水顺着石头缓缓流淌。滴落的颜料宛若记忆;层层色彩如潮汐般呼吸。在这缓慢的运动中,某种神圣之物展开——一种宁静、渴望与超越的感受。
在创作《蓝色信仰》系列时,绘画对我而言更像一种宗教仪式——神圣、静谧而庄严。在这个过程中,我被绘画所救赎、洗礼、净化与治愈。作品刚完成时,它与我之间保持着一种极其紧密的联系;而随着时间的推移,它逐渐成为一个独立的个体,仿佛拥有了自己的思想与情感。我相信当我在某个时刻再次回望这些作品时,它们会成为开启那一段生命时间的“密码”,唤醒我当时的情绪、感受与状态。
I live two lives. One exists in physical reality, on Earth; the other unfolds in the air, in another world. I became aware of this dual existence when I was a little girl. In my dreams, the sensation of flying is so vivid, so real and beautiful, that I believe there must be another dimension world beyond what we see.
How to describe this experience, how to make it visible to others, became the central question of my life. That question ultimately led me to become an artist. Art was not a choice driven by preference or ambition—it is driven by the belief in a meaningful life against death and emptiness. I did not choose art; it is in my blood.
I was born in Sichuan, China, in the 1980s. The region is filled with elegant bamboo groves, verdant mountains, and flowing rivers. I lived with my parents and grandparents on the edge of a city close to the countryside. Our one-story house, built of bricks and tiles with a courtyard, gave me a sense of ease and abundant space to play.
Next to our home there was a clear river and vast open fields. People often fished, swam, and washed clothes in the river. I liked to sit on the riverbank, watching the water flow slowly by while reciting Tang and Song dynasty poems; or to walk through the fields, singing loudly and gazing at the clouds in the sky. Nature gave me my earliest—and most profound—experience of beauty.
I loved watching my grandfather weave tools and toys from bamboo, and seeing him dip his brush in ink to write vigorous cursive calligraphy couplets. He would patiently explain their meanings to me. My parents bought me many picture-story books and comic booklets; holding chalk, I would read while copying the images everywhere—on the walls, the floor, the tables, the chairs—everything became my canvas. Once, while eating biscuits and drawing with chalk at the same time, I absent-mindedly put a piece of chalk into my mouth, mistaking it for a biscuit. The bitterness made me cry out again and again.
My natural inclination for drawing was noticed by an elementary school teacher of traditional Chinese painting, who invited me to her home to study landscape painting. Under her guidance, I learned how to create expansive mountains and waters with simple ink and wash. The softness and plasticity of the brush, and its ability on xuan paper to shift between浓 and淡, dry and wet, deeply fascinated me. The bird’s-eye perspective in these paintings, and the emphasis on momentum and grand composition, became deeply ingrained in my earliest artistic sensibility. At the same time, the concept of yijing in Chinese painting—the imagination and lingering resonance beyond the image—had a lasting influence on me.
In middle school I began to study sketching and color. I fell in love with the orderly way a pencil leaves quiet traces on paper. I could spend an entire afternoon carefully rendering a single Chinese cabbage or a sphere, completely unaware of the passage of time or my own hunger and thirst.
At university I studied landscape architecture in Chongqing, immersing myself in observing and depicting plants. The beauty of a single leaf or a single flower filled me with wonder. During my postgraduate studies at the Central Academy of Fine Arts in Beijing, I studied architecture and oil painting, uncertain about my future direction. Eventually, I decided to come to the Academy of Fine Arts in Munich, Germany, to continue exploring the mysteries of art.
From 2010 to 2022, after a wide range of artistic practices—painting, sculpture, performance, and more—I returned to the most original, direct, and fundamental artistic medium: painting.
In 2023, my oil paintings focused on the human body and nature, paying attention to the simplicity of life itself and treating the human body as something sacred and pure to be contemplated aesthetically. Line, volume, form, and color are all manifestations of beauty; the inner content of the work explores the individual human being’s vulnerability, sensitivity, and loneliness, as well as the mysterious connection between humanity and the natural world. I sought the divinity and grandeur of humanity within religious ways of thinking, rather than a small, erotic kind of beauty.
In 2024, I experienced the death of loved ones and the betrayal of friends, which made me deeply aware of the fragility of life and the impermanence of the world. My artistic themes began to shift from the human figure toward abstract emotions and faith.
Blue became the central element of my painting. Its associations with calmness, depth, infinity, and the divine make it a powerful metaphor for the soul and for our connection to the greater cosmos. It carries both clarity and mystery at once. It can be cool and distant, yet it envelops us with a quiet depth that words cannot reach.
Blue has also always been a color that accompanies and comforts me—the vast sky, the deep waters, warm flames, and the silent spaces of imagination. In these paintings, I let blue speak its own language: gentle, boundless, and full of hidden emotions. I believe blue is the color of the soul, the link between the universe and humankind.
When I begin to paint, the entire process feels like an unknown journey or adventure. I do not know what colors or images I will encounter. I carefully sense my emotions, listen to my inner voice, and allow them to guide the work. It is an extremely quiet, focused, and intimate process.
Each work begins with an unconscious geometric form, a delicate boundary. Gradually, however, color dissolves these lines—like rain slowly running over stone. Dripping pigment resembles memory; layers of color breathe like tides. Within this slow movement, something sacred unfolds—a feeling of calm, longing, and transcendence.
While creating the Blue Faith series, painting felt to me more like a religious ritual—sacred, silent, and solemn. Through this process, I was redeemed, purified, cleansed, and healed by painting. When a work is first completed, it maintains an extremely close connection with me; over time, it gradually becomes an independent entity, as if it has acquired its own thoughts and emotions. I believe that when I look back at these works at some future moment, they will become “codes” that unlock that period of my life, awakening the emotions, sensations, and states of being I once experienced.