Über Yan Cheng

Yan Cheng, die Münchner Künstlerin, wurde in 80s in Sichuan China geboren.

Sie studierte von 2007 bis 2009 Architektur und Malerei an der Central Academy of Fine Arts in Peking.
Von 2011 bis 2017 studierte sie Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München

Ausstellungen und Preise:


2019 September-Grid interpretation-Open studio Ausstellung Leonrod künstlerhaus München
2019 März bis Juli -Water Event with Yoko Ono-Museum der bildenden Künste Leipzig
2018 Januar bis März-Time flows through me-Einzelausstellung- Galerie Florian Trampler und Stadtlabor
2018 Mai bis Juli-lovers Box-Wannda Festival München
2017 Februar -What is „Zen“ -Diplom Ausstellung- Akademie der Bildenden Künste München
2016 November-Desire-Auktion Ausstellung- Akademie der Bildenden Künste München
2015 Juli-The world is in a Black Box- Jahresausstellung- Akademie der Bildenden Künste München
2013 Oktober bis Dezember-waiting for myself- Ausstellung-lnkonsequent-Kolossal in der Akademie der Bildenden Künste
München
2013 September Preis „Junge Kunst in Bayern“- LfA Förderbank
2012 Juli-Sehnsucht- Jahresausstellung- Akademie der Bildenden Künste München

Zu den Arbeiten von Yan Cheng

München, November 2020

Anna Wondrak  Kunsthistorikerin, Kuratorin

Der künstlerische Kosmos der Chinesin Yan Cheng ist von einer vielschichtigen Arbeitsweise geprägt. In ihren Gemälden, Installationen und Performances tritt seit 2015 die Beziehung zwischen Musik und  Installation, Körper und Raum, Mensch und Natur immer stärker ins Zentrum ihres künstlerischen Schaffens.

Aufbauend auf den Taoismus und die Zen-Lehre legt sie dabei ein besonderes Augenmerk auf die harmonische Balance zwischen Mensch und Natur. In dem Versuch, die beiden in eine Einheit zu überführen, präsentiert sie dem Betrachter oft eine Situation, in der sich die einzelnen Elemente/ Personen in einer Konfliktsituation befinden. Gegensätze wie chaotisch- ordentlich, hart- weich, stark – schwach bringen den Betrachter dazu, inne zu halten, den Geist in Achtsamkeit zur Ruhe kommen zu lassen und sich ganz derjeweiligen Situation hinzugeben.

Seit 2018 beschäftigt sich Yan Cheng verstärkt mit Rasterstrukturen. Schon seit der Renaissance bedienten sich Künstler dem Raster zur Vermessung des Raumes. Formal war das Raster besonders seit den 1960er Jahren mit dem Aufkommen der Konkreten Kunst sowie der Minimal Art ein weit verbreitetes Gestaltungsmittel, das durch seine strenge Struktur als repetitives Element ein gleichmäßiges Einteilen von Fläche und Raum ermöglichte. Und auch in der zeitgenössischen Malerei ist die Zerlegung der sichtbaren Welt in ihre Grundstruktur, in einzelne Pixel, ein verbreitetes Phänomen. In der seit 2019 entstehenden konzeptionellen Serie „Selbstportrait“ übersetzt Yan Cheng die dreidimensionale Welt auf Papier oder Leinwand, indem sie eben solche Raster verwendet.

In dieser Form der Selbstbetrachtung mit langgestreckten, ruhigen Querformaten stellt sie sich in die Tradition der traditionellen chinesischen Malerei. Die 72 Einzelblätter, die zum Schluss zusammengesetzt das Portrait der Künstlerin ergeben werden, sind aber so viel mehr als nur ein großes Portrait. Jedes einzelne Blatt ist komponiert aus genau aufeinander abgestimmten, zarten Farbverläufen innerhalb einer regelmäßigen Struktur. Jedes Bild ist in 675 Gitter unterteilt. Die Farbe eines jeden Gitters hat ihre Eigenheit und weist geringe Änderungen im Vergleich zum benachbarten Gitter auf, das sowohl unterschiedlich als auch verbunden ist. Mit diesem komplexen Phänomen schlägt die Künstlerin den Bogen zur Systemtheorie in der wissenschaftlichen Welt: Jedes Element im System existiert nicht isoliert, sondern befindet sich an einer bestimmten Position im System und spielt eine bestimmte Rolle. Alle Elemente sind miteinander verbunden und bilden ein unteilbares Ganzes. Jedes Teil lässt sich hier auch als Facette der Persönlichkeit lesen und visualisiert innere Werte und Schwingungen. In ihren Rasterbildern will Yan Cheng das Sichtbare vereinfachen und in seiner Reinheit komprimieren. In einer Welt, die von außen laut, hektisch und überfüllt ist, sind ihre Arbeiten eine kontemplative Wohltat. Durch die Reduktion auf quadratische Farbflächen, die sich minimal verändern, gelingt es Yan Cheng, die Ruhe und Spiritualität innerer Werte sichtbar und auch spürbar zu machen und verweist uns darauf, dass alle Menschen schlussendlich in einem großen System miteinander verbunden sind.

说我

说我是件多么痛苦的事。

把自己如此复杂难懂的一个世界解释给别人。

理解几乎是不可能的事,

抓住的也只是吉光片羽。

然而如果不去尝试努力,

又如何让自己心里那片安静的蓝色渲染开来?

让自己不再孤单, 这是一个愿望还是一个结果?

三岁时看母亲在黑板上写白色的字,

五岁时看爷爷用墨水在白纸上写字,

六岁时看美丽的美术老师用彩色的粉笔画出了一篮子的花朵,

十岁时坐在家旁的小河边看宋词 看河水怎样持续地流过。

是这些成为我现在所做所思的萌芽根源吗?

我不知道 我只是一直在寻找, 寻找一种打开自己的方式。

寻找一种真正的自由和归途。

原来多年来的履历只是不同程度的迷失, 至今。

十九岁时独自一人坐了两天一夜的火车和渡轮去海南看海,

二十岁时和摇滚乐手在北京找到向往已久的画家村, 宋庄。

住在村子里的时候看向日葵和野草肆意生长 荒凉蔓延。

二十三岁遇到一个眼睛像蓝色湖泊的人,

跟随他渡过一段以天为被,以地为床的漂泊时光。

三十岁时在他的国度我的异乡看皑皑白雪之上黑色树枝写出 :

人生柔弱无常, 而草木温暖坚强。

恍惚窈冥之中, 已显其真其象。

而我,也终将在寻找的路上进入到我的“道”……

艺术对我来说

艺术历程 艺术对我来说和宗教、哲学一样属于精神范畴,它可以和生活无关, 但如光和影,可以被生活中的事件投射、影响波动。

自己受过的艺术教育多向复杂,曾学习过国画山水、素描、油画、 建筑、环境艺术、装置、摄影、等。 艺术创作从刚开始的水墨画、印象派点彩油画到抽象表现主义油画、 大型房间装置、行为艺术。

历时二十多年,不断地质疑、否定、尝试、 追寻一个理想的乐园。

在那里自己的情感和思想得以释放,内心自由 宁静,感受到的存在真实而有意义。

正如音乐和诗歌一样,回看我的艺术发展历程,也是有着自身节奏、 规律和逻辑统领的。

或者简单地看, (在这里我把音乐和诗歌作为另外的两条平行线和艺术一样,而他们 对我艺术创作的影响也是毋庸置疑的。) 仿佛有两条线贯穿其中,一条是抽象的思维和情感,一条是具象的 身体和空间。或者可以说是一条是对外部世界的理解,一条是对自身 内部的深度窥窃。

表达是困难的,任何一种方式都有它的局限,诗歌文字是我至今为止 找到的比较理想的方式。用纯直觉不合逻辑却直指中心的语言来表达 复杂的情感和思维。曾经实验把诗歌与画布结合,颜色和绘画的 痕迹决定气质和氛围,诗歌语言阐述内容中心。

身体和空间也是我关注的两个主题,对身体本身和空间本身以及对两者 之间的对话、关系使我创作了一些行为艺术。 在我的慕尼黑美院毕业展览上我将这些都综合起来,把一个11x8x7m的 大空间加以变化,用纯自然的元素,水、沙来创造安静冥想的氛围, 混凝土、玻璃材料浇筑的画作为有象征意义的观看对象。自己则 用身体无意识地在水里行走,翻转,感受水对我的回答。在沙的部分让来观看的人们赤足进入,在离开前把沙用扫帚抚平,让思想和心灵 渐渐安静, 直至放空状态,体验到禅。 观者最终也成为我作品的一部分。